Experimentelle Fassung. Nicht an realen Messwerten erprobt, von keiner Prüfstelle begutachtet; die hinterlegten Werkstoffkennwerte sind Literaturstartwerte ohne eigene Prüfung. Nutzung auf eigene Verantwortung, ohne Gewähr für die Richtigkeit der Ergebnisse.
Eine Sollbruchstelle soll bei einer bestimmten Kraft versagen — nicht früher, nicht später. BRUCHWERK rechnet den nötigen Restquerschnitt und, genauso wichtig, das Streuband, das dazugehört.
Gedruckte Sollbruchstellen streuen. Der Werkstoff streut, die Kerbe streut zusätzlich, und stehend gedruckt streut die Schichthaftung noch mehr. BRUCHWERK überlagert beide Anteile und gibt das Band aus, in dem rund 90 % der Teile auslösen.
Der Wert, auf den es ankommt, ist der Abstand zur Betriebslast: das untere Bandende muss deutlich über der größten Last im Normalbetrieb liegen.
| Abstand | Bewertung |
|---|---|
| unter 1,5-fach | ein Teil der Serie bricht im Betrieb |
| 1,5 bis 2,5-fach | vertretbar, wenn der Ausfall harmlos ist |
| über 2,5-fach | tragfähige Auslegung |
| Form | Faktor | Streuungszuschlag | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Ausgerundete Taille | 0,95 | 4 % | gleichmäßigste Auslösung, größter Bauraumbedarf |
| Umlaufende Rundkerbe | 0,85 | 6 % | guter Kompromiss, Radius ≥ ein Düsendurchmesser |
| Umlaufende V-Kerbe | 0,72 | 10 % | löst zuverlässig aus, streut merklich |
| Bohrungsreihe quer | 0,68 | 12 % | einfach zu drucken, Bruch wandert |
| Schichtgrenze als Trennebene | 1,00 | 8 % | ohne Kerbe: die Schichtgrenze ist die Schwachstelle |
Stehend gedruckt liegt die Bruchfläche ohnehin auf einer Schichtgrenze — dort ist der Werkstoff am schwächsten, und zwar systematisch. Dann braucht es gar keine Kerbgeometrie: die Auslösekraft stellt man über den Restquerschnitt ein.
Eine Kerbe zusätzlich zur Schichtgrenze verschärft nur die Streuung. Also entweder liegend mit Kerbe oder stehend ohne — nicht beides.
Ein Restquerschnitt unter zwei Bahnbreiten lässt sich nicht zuverlässig drucken; das Werkzeug meldet das. Abhilfe: dünnere Düse, schwächere Kerbform oder höhere Auslösekraft.
Das gemessene Restmaß eintragen — gerade bei feinen Querschnitten weicht das gedruckte Maß regelmäßig vom gezeichneten ab. Ausgegeben wird die daraus zu erwartende Auslösung.
Zehn Stück aus derselben Serie prüfen. Mittelwert und Streuung in PRÜFWERK auswerten, danach das Restmaß nachziehen. Vorher ist die Auslösekraft eine Rechnung, keine Eigenschaft.
Ruhende Last wird vorausgesetzt. Bei Stoß löst eine Sollbruchstelle früher aus als gerechnet, besonders bei spröden Werkstoffen und in der Kälte. Unter Dauerlast kann sie von selbst versagen — Kriechen bildet das Modell nicht ab.
Keine Anwendung für sicherheitskritische, tragende oder personenschützende Bauteile. Ausdrücklich nicht als Absturzsicherung, Lastaufnahmemittel oder Teil einer Schutzeinrichtung.
Lizenziertes Werkzeug · Nutzung nach Maßgabe des Lizenzvertrags, Weitergabe an Dritte nicht gestattet · Betreiberangaben sind vom Anwender einzutragen