MATERIALWERK · DOKUMENTE · WERKZEUGE · WISSENSCHICHT-WERK
Experimentelle Werkzeuglinie. Rechenwege dokumentiert und an Handrechnungen geprüft, aber nicht an Messreihen validiert; der Kennwertbestand enthält Literaturstartwerte, keine eigene Messung. Keine Anwendung für sicherheitskritische, tragende, personenschützende oder medizinische Bauteile.

Prüfplan Probekörperserie — MATERIALWERK

Experimentelle Fassung. Nicht an realen Messwerten erprobt, von keiner Prüfstelle begutachtet; die hinterlegten Werkstoffkennwerte sind Literaturstartwerte ohne eigene Prüfung. Nutzung auf eigene Verantwortung, ohne Gewähr für die Richtigkeit der Ergebnisse.

Zweck: Kennwerte für eigene Materialkarten (PRÜFWERK → LASTWERK). Stand: 2026-09-02 · Version 1.0 · Schicht-Werk


1. Probekörper

Datei Norm Maße Verwendung
iso527-2-typ1BA.stl ISO 527-2:2012 Typ 1BA 75 × 10 × 2 mm, Steg 30 × 5 mm, R 30 Zugversuch, Regelfall
astm-d3039-streifen.stl ASTM D3039/D3039M-17(2025), angelehnt 100 × 15 × 2,5 mm Zugversuch ohne Schulterkerbe
iso178-biegestab.stl ISO 178:2019 80 × 10 × 4 mm Dreipunktbiegung, Stützweite 64 mm

Die Schulterform von 1BA wirkt bei gedruckten Proben als Kerbe; Messreihen mit dem Rechteckstreifen fallen deshalb oft höher und gleichmäßiger aus. Beide Formen sind zulässig — aber innerhalb einer Karte darf nur eine verwendet werden, sonst sind die Werte nicht vergleichbar.

2. Serienumfang je Materialkarte

Richtung Aufbau Proben Zweck
XY liegend, Last entlang der Bahnen 5 Grundfestigkeit σ_XY
Z stehend, Last quer zu den Schichten 5 Schichtverbund über σ_Z / σ_XY
45° (optional) um 45° gekippt 5 Kontrolle des Mischfalls

Zehn Proben je Karte sind das Minimum, fünfzehn mit dem 45°-Satz. Materialbedarf je Karte (10 Zugproben, 100 % Infill): 1BA rund 11 bis 13 g je nach Werkstoff, Rechteckstreifen nach D3039 rund 40 bis 48 g.

3. Druckbedingungen

Die Serie muss mit exakt dem Profil gedruckt werden, für das die Karte gelten soll — gleiche Düse, Schichthöhe, Bahnbreite, Wandzahl, Temperatur, Kühlung. Eine Karte aus einem anderen Profil ist wertlos.

Weitere Festlegungen: - Wandlinien: so wenige wie möglich, idealerweise 1–2. Viele Wände messen die Wandfestigkeit, nicht den Werkstoff. - Infill: 100 %, sonst misst man die Füllstruktur. - Alle Proben einer Richtung in einem Druck, damit Chargen- und Tagesschwankungen nicht in die Streuung wandern. - Z-Proben brauchen Brim, ggf. Kammer; bei ABS/ASA/PC ist die Ablösegefahr hoch. - Trocknung vor dem Druck dokumentieren (Dauer, Temperatur). Bei PA, PC und PETG entscheidet sie über einen erheblichen Teil des Ergebnisses.

4. Kennzeichnung

Schema: WERKSTOFF-CHARGE-RICHTUNG-NR, z. B. PETG-L2026-14-XY-03.

Nicht in die Probe eingeprägt (jede Gravur ist eine Kerbe), sondern auf dem Schulterbereich mit Faserstift nach dem Druck, oder über die Position im Bauraum protokolliert.

5. Konditionierung und Prüfung

6. Messprotokoll

Je Probe festhalten: Nummer, gemessene Breite und Dicke (nicht die Nennmaße — gedruckt wird selten exakt), Höchstkraft, daraus Bruchspannung, Bruchort, Auffälligkeiten.

Spannung: σ = F / (b · h) mit den gemessenen Querschnittsmaßen.

Die fertigen Spannungswerte in PRÜFWERK eintragen, dort entstehen Statistik, Schichtverbund und Karte.

7. Reihenfolge der Werkstoffe

  1. PETG — gutmütig, guter Schichtverbund, ideal zum Einfahren des Ablaufs.
  2. PLA — meistgenutzt, sprödes Bruchbild, gute Vergleichsbasis.
  3. ASA — Verzugsneigung zeigt sich bei den Z-Proben deutlich.
  4. PA6-CF — größter erwarteter Abstand zwischen Literatur- und Messwert, hygroskopisch, unbedingt getrocknet drucken.

8. Grenzen

Keine Prüfstelle, keine Kalibrierung, keine Konformitätsbewertung. Eine Karte gilt für die dokumentierte Kombination aus Charge, Gerät und Profil. Die Prüfmaschine bestimmt die Belastbarkeit der Zahlen mit; Kraftaufnehmer und Wegmessung sollten bekannt und dokumentiert sein.

Keine Anwendung für sicherheitskritische, tragende, personenschützende oder medizinische Bauteile. Lohnfertigung: Produktverantwortung und Eignungsprüfung liegen beim Auftraggeber.

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Schicht-Werk · Thomas Schüller, Einzelunternehmer · office@schicht-werk.eu · www.schicht-werk.eu
Lohnfertigung nach Kundenvorgabe — die Eignungsprüfung für den Einsatzzweck liegt beim Auftraggeber; keine Produktzertifizierung.
Grundsatz: keine Aufträge für Rüstung, Militär, Waffen oder Dual-Use-Luftfahrt.