MATERIALWERK · DOKUMENTE · WERKZEUGE · WISSENSCHICHT-WERK
Experimentelle Werkzeuglinie. Rechenwege dokumentiert und an Handrechnungen geprüft, aber nicht an Messreihen validiert; der Kennwertbestand enthält Literaturstartwerte, keine eigene Messung. Keine Anwendung für sicherheitskritische, tragende, personenschützende oder medizinische Bauteile.

PRÜFWERK v1.1 — Gebrauchsanleitung

Experimentelle Fassung. Nicht an realen Messwerten erprobt, von keiner Prüfstelle begutachtet; die hinterlegten Werkstoffkennwerte sind Literaturstartwerte ohne eigene Prüfung. Nutzung auf eigene Verantwortung, ohne Gewähr für die Richtigkeit der Ergebnisse.

Zweck

PRÜFWERK verwandelt eine Probekörperserie in eine Materialkarte. Damit rechnet LASTWERK nicht mehr mit Literaturwerten, sondern mit den Kennwerten der eigenen Kombination aus Charge, Gerät und Profil.

Probekörper vorbereiten

  1. Norm wählen. ISO 527-2 Typ 1BA ist für gedruckte Kunststoffproben üblich. ASTM D3039 (rechteckige Proben) liefert bei FDM oft gleichmäßigere Ergebnisse, weil die Schulterform von 1BA als Kerbe wirkt.
  2. Je Richtung mindestens fünf gültige Proben. XY liegend gedruckt, Last entlang der Bahnen; Z stehend gedruckt, Last quer zu den Schichten.
  3. Mit demselben Profil drucken wie das spätere Bauteil. Eine Karte gilt nur für die Kombination, unter der sie entstanden ist.
  4. Trocknung dokumentieren. Bei PA, PC und PETG entscheidet der Feuchtezustand über einen erheblichen Teil des Ergebnisses.
  5. Bruchbilder ansehen und Proben verwerfen, die außerhalb der Messlänge gebrochen sind — mit dokumentierter Begründung.

Eingabe

Bruchspannungen in MPa, ein Wert je Zeile (Komma oder Punkt egal). E-Modul und Dichte sind optional; fehlen sie, bleibt der Literaturstartwert stehen. Die Herkunftsfelder wandern vollständig in die Karte — sie sind der Grund, warum die Karte später noch nachvollziehbar ist.

Biegeversuch nach ISO 178 (optional)

Eingetragen werden die Höchstkräfte in Newton, dazu Stützweite (Standard 64 mm) und die gemessenen Querschnittsmaße des Stabs. Die Biegespannung rechnet das Modul selbst:

σ = 3 · F · L / (2 · b · h²)

Liegt die Biegefestigkeit unter der Zugfestigkeit, wird gewarnt — bei Kunststoffen ist üblicherweise das Gegenteil der Fall, und die Ursache liegt fast immer bei Stützweite oder Querschnittsmaßen.

Der Wert wandert als sigma_b in die Karte. LASTWERK rechnet derzeit nicht damit; er dient der Plausibilitätskontrolle und der Dokumentation.

Auswertung lesen

Charge eintragen — nicht optional

Das Chargenfeld bestimmt die Kennung der Karte: aus Werkstoffgruppe und Charge wird petg@l2026-14. Ohne Charge heißt die Karte nur petg und überschreibt beim Einhängen den Literaturstartwert der ganzen Gruppe. Wer zwei Spulen getrennt führen will, muss die Charge eintragen.

Karte verwenden

Karte speichern legt eine JSON-Datei ab. In LASTWERK unter Materialkarte laden einlesen — die Werkstoffliste übernimmt sie sofort, der Hinweistext unter dem Auswahlfeld zeigt Datum und Probenzahl.

Nicht gemessen werden Dauerfestigkeit, Wärmeformbeständigkeit und Verzugsneigung. Diese drei Größen bleiben Literaturstartwerte und stehen in der Karte im Feld uebernommen ausdrücklich als solche.

Prüfprotokoll

Prüfprotokoll drucken gibt Messreihen, Befund und Karte ohne die Eingabespalte aus — ablagefähig zur Charge.

Grenzen

Statistik nach ISO 527-1 (Standardabweichung mit n-1). Keine Prüfstelle, keine Kalibrierung, keine Konformitätsbewertung. Eine Karte gilt für die dokumentierte Kombination aus Charge, Gerät und Profil, nicht darüber hinaus.

Keine Anwendung für sicherheitskritische, tragende, personenschützende oder medizinische Bauteile. Lohnfertigung: Produktverantwortung und Eignungsprüfung liegen beim Auftraggeber.

Lizenziertes Werkzeug · Nutzung nach Maßgabe des Lizenzvertrags, Weitergabe an Dritte nicht gestattet · Betreiberangaben sind vom Anwender einzutragen

Schicht-Werk · Thomas Schüller, Einzelunternehmer · office@schicht-werk.eu · www.schicht-werk.eu
Lohnfertigung nach Kundenvorgabe — die Eignungsprüfung für den Einsatzzweck liegt beim Auftraggeber; keine Produktzertifizierung.
Grundsatz: keine Aufträge für Rüstung, Militär, Waffen oder Dual-Use-Luftfahrt.