Ehrlich erklärt · keine Werbung

Was 3D-Druck kann – und was nicht

Damit Ihr Teil zur Technik passt: eine ehrliche Einordnung, bevor Sie bestellen. Ohne Schönfärberei.

3D-Druck wird oft als Wundertechnik verkauft. Das ist er nicht – aber für viele Aufgaben genau das Richtige. Diese Seite sagt offen, wofür sich das Verfahren eignet und wofür nicht. Wir sind ein Druckdienstleister und haben ein wirtschaftliches Interesse daran, dass Sie bestellen – gerade deshalb sagen wir Ihnen lieber vorher, wann eine andere Lösung besser ist.
Die kurze Antwort
Stark bei
  • komplexen Formen, die anders nicht herstellbar sind
  • Einzelstücken & Kleinserien (kein Werkzeug nötig)
  • Prototypen & schnellen Iterationen
  • individuellen Teilen (jedes anders, ohne Aufpreis)
  • Ersatzteilen, die es nicht mehr gibt
Schwach bei
  • Großserien (ab ~1.000 Stück wird Spritzguss günstiger)
  • sehr engen Toleranzen & Passungen (ohne Nacharbeit)
  • höchster Festigkeit in jede Richtung
  • dauerhaft heißen/feuchten/Außen-Anwendungen (je nach Material)
  • sicherheitskritischen Lastteilen ohne Qualifizierung
Drei ehrliche Klarstellungen
3D-gedruckt ist automatisch stabil genug
Gedruckte Teile sind in Aufbaurichtung schwächer als quer dazu – oft nur 40–70 % der Festigkeit. Für tragende Teile planen wir die Druckrichtung bewusst mit. Sagen Sie uns, wie das Teil belastet wird.
Das passt dann millimetergenau
FDM-Druck trifft typisch auf ±0,3–0,5 mm, Harzdruck genauer. Für exakte Passungen, Gewinde oder Dichtflächen arbeiten wir nach oder setzen Gewindeeinsätze ein. Sehr enge Toleranzen bitte vorher nennen.
PLA hält ewig und überall
PLA ist top für Prototypen und Deko, wird aber ab ~55–60 °C weich und mag keine Dauerlast, Nässe oder Sonne. Für Auto, Außen oder Wärme empfehlen wir PETG, ASA, Nylon o. ä.
Gut zu wissen
Oberfläche
FDM hat sichtbare Schichtlinien. Glatt geht über Harzdruck oder Nacharbeit (Schleifen/Lackieren).
Reproduzierbarkeit
Serie ist möglich, aber jedes Verfahren streut. Für gleichbleibende Teile fixieren wir den Prozess.
Material zählt
Nicht „3D-Druck", sondern das Material entscheidet über Festigkeit, Hitze, Außentauglichkeit.
Komplexität gratis
Aufwändige Formen kosten kaum mehr – hier ist Druck oft konkurrenzlos günstig.
Unsicher, ob Ihr Teil passt?

Schicken Sie uns die Idee, die Skizze oder die Datei und sagen Sie, wie das Teil benutzt und belastet wird. Wir sagen ehrlich, ob 3D-Druck sinnvoll ist, welches Material passt – oder ob ein anderes Verfahren besser wäre. office@schicht-werk.eu

Mehr Tiefe
Die technischen Hintergründe (Anisotropie, Toleranzklassen, Prüfmethoden, Quellen) stehen im wissenschaftlichen Paper:

Möglichkeiten und Grenzen der additiven Fertigung (PDF)
Schichtwerk · Lohnfertiger · Tulln an der Donau · Produktverantwortung beim Auftraggeber
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Angaben nach bestem Wissen; konkrete Werte sind verfahrens- und materialabhängig