Werkstatt · Schnellreferenz
Filament trocknen & lagern
Feuchtes Filament druckt schlecht und wird spröde. Diese Karte sagt, welches Material wann getrocknet wird – und wie man Feuchte gar nicht erst reinlässt.
Viele Kunststoffe ziehen Wasser aus der Luft. Beim Druck verdampft es an der heißen Düse: Knistern, Blasen, raue Oberfläche, Fäden – und im schlimmsten Fall zerlegt das Wasser bei hoher Hitze die Kunststoffketten, das Teil wird dauerhaft schwächer. Trocknen und trocken lagern verhindert das.
Trocknungs-Tabelle
| Material | Feuchte-Hunger | Temperatur | Dauer |
| PVA (Stütze) | sehr hoch | 45 °C | lange, empfindlich |
| PA / Nylon | hoch | 70–80 °C | 8–12 h |
| PC | hoch | 70–90 °C | 6–12 h |
| TPU / TPE | mittel–hoch | 50–65 °C | 4–8 h |
| PETG | mittel | 60–65 °C | 4–6 h |
| ASA | gering–mittel | 60–70 °C | 4 h |
| ABS | gering | 60–70 °C | 4 h |
| PLA | gering* | 40–45 °C | 4–6 h |
* PLA zieht wenig Wasser, ist aber empfindlich gegen Hydrolyse: feucht + heiß = Kettenbruch. Immer unterhalb der Erweichung trocknen, sonst verkleben die Wicklungen.
Woran man feuchtes Filament erkennt
Beim Druck
- Knistern/Poppen an der Düse
- Dampf/Bläschen im Strang
- viele Fäden (Stringing)
- raue, matte Oberfläche
Am Ergebnis
- schlechte Schichthaftung
- Teil bricht leicht/spröde
- ungleichmäßiger Fluss
- schwankender Durchmesser
Richtig lagern
✓ So
- Dichte Box + Trockenmittel (Silikagel)
- Feuchte-Indikator sichtbar
- angebrochene Spulen sofort zurück in die Box
- empfindliche Materialien aus Trockenbox drucken
✗ Nicht
- Spulen offen im Raum liegen lassen
- im feuchten Keller/Bad lagern
- über der Erweichungstemperatur trocknen
- „sieht ja trocken aus" – im Zweifel trocknen